+ Felix 27.7.2009 – 20.06.2014

“Fips Felix King of Icefire” lebte vom 3.10.2010 bis zum 20.6.2014 in unserer Familie. Er kam als junger, gerade einjähriger Kater zu uns und war der “Sozialarbeiter” in unserer fünfköpfigen Katzengruppe: zu jedem freundlich, mit einem unglaublich liebevollen Wesen.

Am 12.5.2014 wurde bei ihm ein hochgradig aggressives Lymphom  festgestellt; die behandelnde Tierärztin sagte uns, die Erkrankung sei unheilbar, aber mit einer Chemotherapie könne Felix noch eine Lebenszeit bis zu zwei Jahren haben. Die erste Chemo erfolgte am   16.05.2014. Felix hatte zwei sehr schwere Tage, in denen ich um ihn bangte und neben ihm auf einer Matratze auf dem Fußboden schlief, da er kaum noch laufen konnte. Nur eine Woche später wurde bei der zweiten Chemo festgestellt, dass der Tumor verschwunden war! Wir konnten es kaum fassen – unser kleiner Kämpfer…

Nach zwei weiteren Chemos machten wir ab dem 06.06.2014 Chemo-Pause; die nächste sollte in drei Wochen erfolgen. Zunächst erholte sich Felix sichtlich, aber nach zwei Wochen wurde er deutlich lethargischer und fraß nicht mehr.

Am 20.06.2014 ergab eine neuerliche Untersuchung in der Klinik, dass der Tumor mit aller Macht zurück gekehrt war. Eine weitere Chemo mit einem anderen Medikament schien angesichts des schnellen Rezidivs sinnlos; leiden lassen wollte ich ihn nicht, also ging Felix am gleichen Tag über die Regenbogenbrücke.

Ich werde meinen wundervollen, liebevollen Kater nie vergessen.
Es wird keinen Brief von Felix mehr geben.

 

 

 

 

(Musik anmachen, Song läuft 2x durch)

Allgemein

So still…

20. Juni 2014

So still, dass jeder von uns wusste, das hier ist
für immer, für immer und ein Leben…
und es war so still,
dass jeder von uns ahnte, hierfür gibts kein Wort,
das jemals das Gefühl beschreiben kann.

So still, dass alle Uhren schwiegen,
ja, die Zeit kam zum Erliegen.
so still und so verloren gingst du fort.

Ich hab soviel gehört und doch kommts niemals bei mir an
das ist der Grund, warum ich nachts nicht schlafen kann,
wenn ich auch tausend Worte vom Vermissen schreib,
heißt das noch nicht, dass ich versteh,
warum dieses Gefühl für immer bleibt.

So laut, die Stunden nach dem Aufschlag,
als es galt, das alles zu erfassen und verstehen
und es war so laut, dass alles, was ich dachte,
nichts als Leere zu mir brachte
so laut und so verloren war es hier,
als Stille bei uns wohnte anstatt Dir.

So still…
obwohl ich dich mit jedem Tag vermiss
und, wo immer du auch gerade bist,
du zeigst mir, dass Stille jetzt dein Freund geworden ist…

Allgemein

Briefe von Felix 8 – Die Wildnis ruft

Endlich! Wir dürfen raus! Das Dasein als reine Hauskatze hat ein Ende… ;-)
Ja, seit ein paar Wochen können wir jeden Tag raus in den Garten. Und das ist sooo schön, und ich bin überhaupt gar nicht mehr traurig, sondern richtig glücklich und zufrieden! Plümchen schnuppern, in einem Blumenbeet rumliegen und sich die Ohren von Grünzeugs kitzeln lassen, mit Baby toben, unter der Tanne im Schatten liegen und träumen – hach, das Katerleben ist schööön…

Naja. Jedenfalls fast. Irgendwas fehlt. Spiel und Spaß und Spannung. Und was zu Naschen. Am besten mit Federn dran. Zum Auspacken. Nennt sich Vogel. Gibt es viele bei uns und vor allem in den Nachbargärten. Kommt katze aber nicht ran wegen der vermaledeiten Zäune, phhhh***
Obwohl – manchmal ja doch. Neulich hatte Herrchen uns gebürstet. Das mögen wir Birmchen sehr, weil unser langes Winterfell gerade ausfällt und das Sommer-Outfit kommt. Davon lag ein Büschelchen Haare auf dem Rasen. Und genau das wollte sich eines dieser niedlichen kleinen Ü-Eier mit Federn dran holen, für sein Nest. Dumm, sag ich nur, ganz dumm….
Denn keine zwei Meter von ihm entfernt hockte die alte Meekey-Katze in der Spielröhre.

Wie katze hört, war Meekey früher mal eine sehr erfolgreiche Jägerin und hat unsere Dosenöffner mit jeder Menge Jagdtrophäen beglückt. Vögel, Fische, Salamander, junge Kaninchen, Frösche, Kröten… Die Liste sei lang, erzählt sie manchmal in ihren friedlichen Momenten. Allerdings sei ihr mit der Kröte ein peinlicher Faupax unterlaufen: das Viech sei nämlich damals entfleucht, ausgerechnet im Wohnzimmer von Herrchen und Frauchen, und habe sich unter einem Sessel versteckt. Da sei Kröte aber nicht mehr drunter her- und Meekey nicht mehr drangekommen, was schließlich zum Tode selbiger Kröte führte. Herrchen und Frauchen haben wohl ziemlich dumm geguckt, als sie dann ein neues Sofa bekamen und sie unter dem Sessel klebend die mumifizierte Kröte fanden… gnihihi*

Aber zurück in unseren Garten. Die alte Meekey kam also wie der Blitz raus aus der Röhre, griff sich den Vogel – und schoß wie der Blitz durch den ganzen Garten, ins Haus, durch das Treppenhaus bis hoch unters Dach. Ich hatte das Ganze beobachtet – und jagte hinterher! Dummerweise hatte das alles aber auch Herrchen gesehen, der nun in Schluppen auch noch hinter uns her galoppierte. Oh Schreck! Alle oben angekommen, fing Herrchen an zu brüllen. Die Meekey-Katze ließ vor Schreck den Vogel los, der flatterte panisch durchs Zimmer, wir Katzen machten begeistert Männchen haschichkriegdich, Herrchen schrie nach Frauchen, Vogel verkroch sich hinter dem Papierkorb, das inzwischen ebenfalls eingetroffene Frauchen scheuchte uns Katzen weg, Herrchen (ohne Brille ist er ja blind wie ein Maulwurf) tastete wie wild nach Vogel – hach Kinder, es war lustig!!! Endlich Leben inner Bude!!!

Jedenfalls war Vogel nix passiert. Herrchen ließ ihn hinterher im Garten frei. Und wir Katzen waren kollektiv beleidigt. :-(

Aber diese Vögel sind ja auch zu verlockend. Findet vor allem auch die Kira-Katze. Die läßt derzeit kein Fettnäpfchen aus, in das sie treten kann….
Gestern, am frühen Abend. Frauchen war im Haus mit Putzarbeiten beschäftigt, wir tobten draußen herum. Plötzlich ein Riesen-Geschrei, Frauchen sprintete in Usain Bolt-Manier raus. War aber auch ein Bild für die Götter: Kira hatte es nicht mehr ausgehalten und versucht, den blöden Katzen-Zaun zu überwinden. Indem sie INNEN in unserem großen Draußen-Grill-Kamin hochgeklettert ist!!! Da saß sie nun, guckte aus der runden Öffnung oben, kam nicht mehr vor und nicht zurück. Frauchen packte also beherzt vorne an – und zog. Empörtes Gejaule und Gefauche! Frauchen war das egal, Frauchen zog weiter. Schließlich hatte sie Kira raus aus dem Loch, aber die hing nun mit den Krallen in den Draht-Sperren drin. Boah, was ein Theater, sag ich Euch! Bis Frauchen die da raus gefriemelt hatte…

Und die Kira-Katze sah hinterher aus!!! Ich hätte sie fast nicht wieder erkannt, die war nämlich grau – pottendreckig, echt!!! Frauchen hat sie dann auch gleich gebürstet, was Kira voll doof fand, weil Frauchen die ganze Zeit zeterte und zog und zerrte und nicht besonders vorsichtig war. Aua. Das. Ziept. menno*

Heute Morgen. Aufstehen. Mir war langweilig. Lag oben bei Herrchen im Dachstudio. Oha, was war das? Eines der Dachfenster hatte er doch tatsächlich ein Stück weit auf gelassen – was mich zu der irrigen Annahme inspirierte, mich durch den schmalen Spalt quetschen zu können. Klappte aber nicht so ganz. Plötzlich drehte das Fenster sich und schwupps! saß ein sichtlich irritierter Kater auf dem Dach. Wo ich ja eigentlich ursprünglich auch hinwollte, nebenbei bemerkt, aber nicht sooo… Huch!?? Wie war ich denn hierher gekommen? Da saß ich nun und guckte verduzt und jammerte erst mal. Vorsichtshalber. Bis Herrchen die Treppe hinauf eilte und mich rettete.

Dummerweise hatte Herrchen dabei aber übersehen, dass Kira-Katze die Gunst der Stunde genutzt und ebenfalls aufs Dach entwichen war. Dummerweise hatte Herrchen die Fenster nach besagter meiniger Aktion geschlossen. Fest. Und Kira saß auf dem Dach. Nehme an, sie fand das erst ganz lustig: immerhin hocken da oben immer Tauben, und die kann katze ja jagen… Aber nach einiger Zeit wurde es warm, und langweilig, und Angst hat katze wahrscheinlich auch bekommen. Also hat sie (vermutlich) gejammert und geschrien – aber wir haben sie echt nicht gehört!!! Und vermisst hat Frauchen sie auch nicht, schließlich liegt katze ja gerne mal unsichtbar in irgendwelchen Kartons, Verstecken oder Ecken herum…
Mittags, kurz nach 13 Uhr. Es klingelte an der Haustür, Frauchen ging öffnen, ich marschierte zum Gucken mit. Vor uns stand ein älterer Herr, der uns in breitestem Dialekt (NICHT niederrheinisch) anquatschte: “Hä’n Se ne plätschbrune Katz?” EINE WAS!??? Nee, sowas wohnt hier nicht, bestimmt nicht. “Da sitz näääämlisch änne obbe aufm Dach!” Oh. Hm. Moment. Vielleicht wohnt hier ja DOCH so eine Katze. Mee-key!!! schoss es mir durch den Kopf, die Madame ist ja bekannt für derartige Kletterpartien. Frauchen guckte auch sichtlich nachdenklich, sagte artig „Danke“ und rannte die Treppe hoch in Herrchens Zimmer. Hm, die Meekey-Katze lag auf dem Sessel und schlief. Aber wo war die Kira-Katze? Frauchen öffnete also ein Fenster, steckte den Kopf raus und rief: „Kiiiiii-raaaaa“…. Und tatsächlich: von ganz weit hinten jammerte es laut und klagend, Baby und ich maunzten aufmunternd zurück. Es dauerte dann noch etwas, bis die Kira über das große Dach zurück balanciert war und Frauchen sie zurück ins Haus gezogen hatte, aber schließlich waren wir alle wieder glücklich beisammen. Die Arme hatte über 6 Stunden da oben auf dem Dach gehockt… :-(

Frauchen sagt, jede dieser unserer Aktionen kostet sie mindestens 10 Jahre ihres Lebens. Hm, demnach ist sie ein Weltwunder: mindestens 1.386 Jahre alt…

Blöde Wildnis blöde.
Verlange demnächst Gefahrenzulage bei Freigängen.
1 Vogel —- ääääh: Stickie pro Stunde. Mindestens.

Ganz bestimmt…
meint Euer Felix*

Briefe von Felix