Briefe von Felix 9 kommt in Kürze!

Nach einer längeren Schaffenspause ist Felix-Brief Nr. 9 fast fertig – Erscheinungsdatum 17.05.2012!

Allgemein

Briefe von Felix 8 – Die Wildnis ruft

Endlich! Wir dürfen raus! Das Dasein als reine Hauskatze hat ein Ende… ;-)
Ja, seit ein paar Wochen können wir jeden Tag raus in den Garten. Und das ist sooo schön, und ich bin überhaupt gar nicht mehr traurig, sondern richtig glücklich und zufrieden! Plümchen schnuppern, in einem Blumenbeet rumliegen und sich die Ohren von Grünzeugs kitzeln lassen, mit Baby toben, unter der Tanne im Schatten liegen und träumen – hach, das Katerleben ist schööön…

Naja. Jedenfalls fast. Irgendwas fehlt. Spiel und Spaß und Spannung. Und was zu Naschen. Am besten mit Federn dran. Zum Auspacken. Nennt sich Vogel. Gibt es viele bei uns und vor allem in den Nachbargärten. Kommt katze aber nicht ran wegen der vermaledeiten Zäune, phhhh***
Obwohl – manchmal ja doch. Neulich hatte Herrchen uns gebürstet. Das mögen wir Birmchen sehr, weil unser langes Winterfell gerade ausfällt und das Sommer-Outfit kommt. Davon lag ein Büschelchen Haare auf dem Rasen. Und genau das wollte sich eines dieser niedlichen kleinen Ü-Eier mit Federn dran holen, für sein Nest. Dumm, sag ich nur, ganz dumm….
Denn keine zwei Meter von ihm entfernt hockte die alte Meekey-Katze in der Spielröhre.

Wie katze hört, war Meekey früher mal eine sehr erfolgreiche Jägerin und hat unsere Dosenöffner mit jeder Menge Jagdtrophäen beglückt. Vögel, Fische, Salamander, junge Kaninchen, Frösche, Kröten… Die Liste sei lang, erzählt sie manchmal in ihren friedlichen Momenten. Allerdings sei ihr mit der Kröte ein peinlicher Faupax unterlaufen: das Viech sei nämlich damals entfleucht, ausgerechnet im Wohnzimmer von Herrchen und Frauchen, und habe sich unter einem Sessel versteckt. Da sei Kröte aber nicht mehr drunter her- und Meekey nicht mehr drangekommen, was schließlich zum Tode selbiger Kröte führte. Herrchen und Frauchen haben wohl ziemlich dumm geguckt, als sie dann ein neues Sofa bekamen und sie unter dem Sessel klebend die mumifizierte Kröte fanden… gnihihi*

Aber zurück in unseren Garten. Die alte Meekey kam also wie der Blitz raus aus der Röhre, griff sich den Vogel – und schoß wie der Blitz durch den ganzen Garten, ins Haus, durch das Treppenhaus bis hoch unters Dach. Ich hatte das Ganze beobachtet – und jagte hinterher! Dummerweise hatte das alles aber auch Herrchen gesehen, der nun in Schluppen auch noch hinter uns her galoppierte. Oh Schreck! Alle oben angekommen, fing Herrchen an zu brüllen. Die Meekey-Katze ließ vor Schreck den Vogel los, der flatterte panisch durchs Zimmer, wir Katzen machten begeistert Männchen haschichkriegdich, Herrchen schrie nach Frauchen, Vogel verkroch sich hinter dem Papierkorb, das inzwischen ebenfalls eingetroffene Frauchen scheuchte uns Katzen weg, Herrchen (ohne Brille ist er ja blind wie ein Maulwurf) tastete wie wild nach Vogel – hach Kinder, es war lustig!!! Endlich Leben inner Bude!!!

Jedenfalls war Vogel nix passiert. Herrchen ließ ihn hinterher im Garten frei. Und wir Katzen waren kollektiv beleidigt. :-(

Aber diese Vögel sind ja auch zu verlockend. Findet vor allem auch die Kira-Katze. Die läßt derzeit kein Fettnäpfchen aus, in das sie treten kann….
Gestern, am frühen Abend. Frauchen war im Haus mit Putzarbeiten beschäftigt, wir tobten draußen herum. Plötzlich ein Riesen-Geschrei, Frauchen sprintete in Usain Bolt-Manier raus. War aber auch ein Bild für die Götter: Kira hatte es nicht mehr ausgehalten und versucht, den blöden Katzen-Zaun zu überwinden. Indem sie INNEN in unserem großen Draußen-Grill-Kamin hochgeklettert ist!!! Da saß sie nun, guckte aus der runden Öffnung oben, kam nicht mehr vor und nicht zurück. Frauchen packte also beherzt vorne an – und zog. Empörtes Gejaule und Gefauche! Frauchen war das egal, Frauchen zog weiter. Schließlich hatte sie Kira raus aus dem Loch, aber die hing nun mit den Krallen in den Draht-Sperren drin. Boah, was ein Theater, sag ich Euch! Bis Frauchen die da raus gefriemelt hatte…

Und die Kira-Katze sah hinterher aus!!! Ich hätte sie fast nicht wieder erkannt, die war nämlich grau – pottendreckig, echt!!! Frauchen hat sie dann auch gleich gebürstet, was Kira voll doof fand, weil Frauchen die ganze Zeit zeterte und zog und zerrte und nicht besonders vorsichtig war. Aua. Das. Ziept. menno*

Heute Morgen. Aufstehen. Mir war langweilig. Lag oben bei Herrchen im Dachstudio. Oha, was war das? Eines der Dachfenster hatte er doch tatsächlich ein Stück weit auf gelassen – was mich zu der irrigen Annahme inspirierte, mich durch den schmalen Spalt quetschen zu können. Klappte aber nicht so ganz. Plötzlich drehte das Fenster sich und schwupps! saß ein sichtlich irritierter Kater auf dem Dach. Wo ich ja eigentlich ursprünglich auch hinwollte, nebenbei bemerkt, aber nicht sooo… Huch!?? Wie war ich denn hierher gekommen? Da saß ich nun und guckte verduzt und jammerte erst mal. Vorsichtshalber. Bis Herrchen die Treppe hinauf eilte und mich rettete.

Dummerweise hatte Herrchen dabei aber übersehen, dass Kira-Katze die Gunst der Stunde genutzt und ebenfalls aufs Dach entwichen war. Dummerweise hatte Herrchen die Fenster nach besagter meiniger Aktion geschlossen. Fest. Und Kira saß auf dem Dach. Nehme an, sie fand das erst ganz lustig: immerhin hocken da oben immer Tauben, und die kann katze ja jagen… Aber nach einiger Zeit wurde es warm, und langweilig, und Angst hat katze wahrscheinlich auch bekommen. Also hat sie (vermutlich) gejammert und geschrien – aber wir haben sie echt nicht gehört!!! Und vermisst hat Frauchen sie auch nicht, schließlich liegt katze ja gerne mal unsichtbar in irgendwelchen Kartons, Verstecken oder Ecken herum…
Mittags, kurz nach 13 Uhr. Es klingelte an der Haustür, Frauchen ging öffnen, ich marschierte zum Gucken mit. Vor uns stand ein älterer Herr, der uns in breitestem Dialekt (NICHT niederrheinisch) anquatschte: “Hä’n Se ne plätschbrune Katz?” EINE WAS!??? Nee, sowas wohnt hier nicht, bestimmt nicht. “Da sitz näääämlisch änne obbe aufm Dach!” Oh. Hm. Moment. Vielleicht wohnt hier ja DOCH so eine Katze. Mee-key!!! schoss es mir durch den Kopf, die Madame ist ja bekannt für derartige Kletterpartien. Frauchen guckte auch sichtlich nachdenklich, sagte artig „Danke“ und rannte die Treppe hoch in Herrchens Zimmer. Hm, die Meekey-Katze lag auf dem Sessel und schlief. Aber wo war die Kira-Katze? Frauchen öffnete also ein Fenster, steckte den Kopf raus und rief: „Kiiiiii-raaaaa“…. Und tatsächlich: von ganz weit hinten jammerte es laut und klagend, Baby und ich maunzten aufmunternd zurück. Es dauerte dann noch etwas, bis die Kira über das große Dach zurück balanciert war und Frauchen sie zurück ins Haus gezogen hatte, aber schließlich waren wir alle wieder glücklich beisammen. Die Arme hatte über 6 Stunden da oben auf dem Dach gehockt… :-(

Frauchen sagt, jede dieser unserer Aktionen kostet sie mindestens 10 Jahre ihres Lebens. Hm, demnach ist sie ein Weltwunder: mindestens 1.386 Jahre alt…

Blöde Wildnis blöde.
Verlange demnächst Gefahrenzulage bei Freigängen.
1 Vogel —- ääääh: Stickie pro Stunde. Mindestens.

Ganz bestimmt…
meint Euer Felix*

Briefe von Felix

Briefe von Felix 7 – Der doppelte Baum-Gau

Briefe von FelixIch bin traurig. Ich weiß auch nicht genau, was mit mir los ist, aber ich bin irgendwie zur Zeit nicht gut drauf. :-( Liege viel in der Gegend herum, starre durch ein Fenster, ohne wirklich was zu sehen, und denke sehnsüchtig an grünen Rasen, einen Baum zum Hochklettern, Blümchen zum Dran-Schnuppern und warme Sonne, die das Fell streichelt…. hach… Es wird Zeit, dass der Frühling kommt! Meint auch Frauchen, die ist auch andauernd melancholisch. Sagt sie. Keine Ahnung, was das ist. Bin ich aber auf jeden Fall auch. Muss ja solidarisch sein mit meinem Frauchen, nöch…

Wenigstens habe ich mein Brüderchen. Das hält mich ein bisschen auf Trab. ;-) Im Moment trainieren wir unseren Gleichgewichtssinn. Das ist wichtig, sonst passieren einem so schreckliche Dinge wie Billy letzte Woche: da war Frauchen mal wieder in der Badewanne, mein Brüderchen begleitete sie und konnte es nicht lassen, seine neugierige Nase in Dinge zu stecken, die ihn nix angehen. Er war partout der Meinung, diese Schräge runter zu rutschen und an dem duftenden Wasser schnüffeln zu müssen, was noch IN der Wanne war. Prompt gab es einen Riesen-Platscher, und mein Brüderchen lag drin im Nass! Der hat vielleicht verdutzt aus der Wäsche geguckt! Frauchen wollte losprusten, und ich auch, aber Billy the Kid sah doch gar zu jämmerlich aus, wie eine kleine nasse Ratte, nee nee nee. Frauchen hat dann flugs ein Handtuch über ihn geworfen und ihn trocken gerubbelt, und er hat angefangen zu schnurren wie ein Mopped. Was auch immer ein Mopped ist, aber es muss laut sein…

Also trainieren wir Balancieren. Besonders gut geht das auf einem Stuhl, der unten im Wohnzimmer steht und schaukeln kann. Als ich zum ersten Mal drauf sprang und das Ding sich plötzlich nach vorne und hinten bewegte, bin ich vor Schreck mit einem rieeeesigen Satz und allen Vieren in die Lüfte wieder runter – WIESO BEWEGT SICH DENN AUF EINMAL DIESER BLÖDE STUHL!!? Warum er das macht, habe ich immer noch nicht so ganz kapiert… vielleicht lebt er ja… Danach habe ich mich erst mal gaaanz laaangsam und vooorsichtig angepirscht. Und ihn vorsichtshalber festgehalten, damit er mich nicht angreifen kann, der Stuhl. Hake seitdem immer meine Krallen in die Löcher auf dem Sitz. Der Stuhl hat nämlich ein tolles Lochmuster; kann man prima reinpieksen und auch durchlinsen. Ich bin dann oben AUF dem Stuhl und schaukel’ im Stehen hin und her, und Billy sitzt unten drunter und guckt mir zu. Klaro – er muss ja lernen, wie Balancieren geht! Mein Schwänzchen lasse ich dabei hinten am Stuhlrücken durch ein großes Loch hängen, und Billy darf dann damit spielen. Einmal hat er aber zu fest reingebissen – das fand ich dann nicht so cool. Habe laut aufgemaunzt und empört geguckt. Frauchen hat natürlich wieder gewiehert wie ein Pferd. phü*

Neulich ist die Sache mit dem Balancieren aber beinahe mächtig in die Hose gegangen. Wir zwei waren gerade so hübsch mit der Kira-Katze am Spielen, und zwar volle Pulle, und wir Großen wollten Brüderchen zeigen, wie man aus vollem Lauf mit einem Satz auf den mittleren Kratzbaum am Terrassenfenster springt. Nur wollten die Kira-Katze und ich das GLEICHZEITIG tun und nicht nacheinander, und weil Billy auch mitmachen wollte, gab es ein – nun ja: Malheur. Der Kratzbaum fand das nämlich nicht so gut. Drei Birma-Katzen im Anflug, das war zu viel für ihn  – er kippte um. Dummerweise stand NEBEN dem Kratzbaum so ein großes Grünzeugs (Frauchen nennt es „Palme“). Die war dem umfallenden Kratzbaum nicht gewachsen und kippte gleich auch mit um. Und die ganze Chose donnerte Richtung Fernseher, oh je…
Wir Katzen standen starr und beobachteten mit geweiteten Augen den doppelten Baum-Gau. Würde unsere Strategie aufgehen und der von uns natürlich zuvor genauestens geplante Fallwinkel stimmen? Öhm, so ein Fernseher ist nämlich aus Glas, und Glas hat die unangenehme Eigenschaft, kaputt zu gehen, wenn man unvorsichtig damit umgeht… Aber wir mussten uns keine Sorgen machen: Kratz- und Palmenbaum donnerten mit lautem Gepolter zen-ti-me-ter-ge-nau in die Lücke ZWISCHEN Fernseher und Wand. Ha, Treffer!
Zufrieden verließen wir drei den Tatort, um uns anderen Dingen zu widmen.

Aber das Ganze war nicht unbemerkt geblieben: Frauchen kam uns mit viel Geschrei und Gewese auf der Treppe entgegen und schlug die Hände über dem Kopf zusammen, als sie die Bescherung sah. Tze, weiß gar nicht, was sie hatte! Wir hatten doch wirklich GENAU auf die Lücke gezielt… Okay, eine kleine Tischlampe fiel dem Ganzen dann doch zum Opfer. Okay, es lagen auch mächtig viele Splitter rum. Okay okay, auch ein gaaanz kleines bißchen Blumenerde. Aber mal ehrlich: wer braucht neben dem Flimmerkasten schon Licht , und das doofe Palmengrünzeugs hatte eh zuviel Erde im Pott. schnauf*

Außerdem: Schwund ist überall – oder???
Nur nicht bei mir. Melde mich die Tage wieder.
Ganz bestimmt

meint Euer Felix*

Briefe von Felix